Von Gleichen und Ungleichen - Offene Lesewerkstatt



In Vorbereitung auf das neunte Umundu-Festival startet die offene Lesewerkstatt in diesem Jahr in die dritte Runde. Diesjähriger Themenschwerpunkt: Armut und Reichtum. In ausgewählten Schlüsseltexten wollen wir mit euch beleuchten, was Ursachen globaler Ungleichheiten sind, wer wie Armut und Reichtum bestimmt und welche Rolle die Armutsbekämpfung für eine Transformation zur Nachhaltigkeit spielt. Ab dem 02. Mai legen wir mit der angeregten Besprechung der ersten Texte los.


Organisatorisches

Anmeldung:
Aktuelle Informationen zur Lesewerkstatt, zur Lektüre, zu Terminen und Orten erhaltet ihr über unseren Lesewerkstatt-Mailverteiler, den ihr hier abonnieren könnt.
Auf Anfrage erhaltet ihr Zugang zu unserer Sitzungslektüre. Die Anmeldung ist aber nicht zwingend erforderlich, um an der Lesewerkstatt teilnehmen zu können. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Termine:
02. Mai, 16. Mai, 30. Mai,
6. Juni, 20. Juni,
4. Juli, 18. Juli, 01.
August, 15. August, 29. August

Wir würden uns freuen, wenn ihr in unserem Doodle-Kalender eure Teilnahme zu den jeweiligen Terminen eintragen könntet.

Zeit:
jeweils 18h–19h30

Ort:
Stadtteilhaus Prießnitzstr. 18*

*Bei schönem Wetter treffen wir uns unter freiem Himmel in den Internationalen Gärten Dresden / Holbeinstraße 31 / 01307 Dresden-Johannstadt. Falls wir doch mal ein Dach über dem Kopf benötigen sollten, dann ist der Treffpunkt im Stadtteilhaus Prießnitzstr. 18 / 01099 Dresden. Bitte schaut auf die Ankündigung auf der Website.

An wen richtet sich das Angebot?

Die Lesewerkstatt richtet sich an interessierte Menschen zwischen 16 und 116, die gerne diskutieren oder auch nur lauschen wollen und sich für Nachhaltigkeit und Entwicklung, für Politik, Kultur und Teilhabe interessieren. Zu ausgewählten Themen wollen wir zu bestimmten Texten bzw. Textpassagen austauschen, die zuvor zuhause gelesen werden (können). Die Literatur stellen wir bei Bedarf in digitaler Form zur Verfügung. Ein Vorwissen zu den ausgewählten Themen ist nicht erforderlich.


18.04.2017 / Vorbesprechung

In der ersten Sitzung wollten wir wissen, wie wir die Lesewerkstatt am besten für euch ausgestalten können. Dabei konnten wir gemeinsam folgende Themen für eine inhaltliche Orientierung zusammentragen:

  • Konzepte, Indikatoren & Maßstäbe für die Armuts- bzw. Wohlstandsmessung,
  • Sichtung praktischer Möglichkeiten für die Beseitigung sozialer Ungleichheiten,
  • (historische bzw. strukturelle) Ursachen (globaler) Ungleichheiten
  • Barrieren für den Abbau sozialer Ungleichheiten,
  • Begriff "Chancen(un-)gleichheit"
  • die Rolle öffentliche Güter / Infrastrukturen für die Armutsbekämpfung

Aus einer Auswahl bereits gesichteter Literatur, entschieden wir uns gemeinsam für die folgenden Schriften, die zunächst die Grundlage der kommenden Sitzungen bilden werden:

  • Dill, Alexander, 2017: Die Welt neu bewerten. Warum arme Länder arm bleiben und wie wir das ändern können. München: oekom verlag, 208 Seiten.
  • Lessenich, Stephan, 2016: Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis. Berlin: Hanser, 200 Seiten.

Wir sind weiterhin offen für spannende Texte, die ihr diskutieren wollt. Starten werden wir am 2. Mai mit Alexander Dill und seinem Buch Die Welt neu bewerten. Warum arme Länder arm bleiben und wie wir das ändern können.


02., 16. & 30. Mai 2017 / Die Welt neu bewerten.

Haben wir bisher die Welt und ihre Länder falsch bewertet? Mit seinem Streifzug durch zahlreiche Kulturen und Länder zeigt Alexander Dill, wie verzerrt, ja manipulierend die international führenden Kennzahlen wie das BIP – aber auch Alternativen, wie der Human Development Index – die Länder der Welt und ihre jeweilige Kreditwürdigkeit bisher eingeschätzt haben. Bevorzugt wurden und werden dabei stets die finanzstarken Staaten und Regionen, während die Länder des Globalen Südens oftmals leer ausgehen.
Würde man jedoch Kriterien wie Vertrauen, Solidarität, Sozialklima und Hilfsbereitschaft als Maß für die Kreditwürdigkeit einer Gesellschaft anlegen, sähen die Rankings ganz anders aus. Viele Länder könnten der Armutsfalle entfliehen, könnten wir uns zu einer Neubewertung der Welt nach sozialen Kriterien verständigen. Ein fulminantes Plädoyer, das das Potential hat, zahlreiche Krisen und Konflikte zu überwinden.
Die Kapitel funktionieren für sich allein und jedeR kann sich in Vorbereitung Textpassagen aus dem gesamten Buch heraussuchen und dann in die Runde frei zur Diskussion werfen.

Literatur: Dill, Alexander 2017: Die Welt neu bewerten. Warum arme Länder arm bleiben und wie wir das ändern können München: oekom.
Lektüre: Dill

Ort: Stadtteilhaus Neustadt / Prießnitzstraße 18 / 2. OG


06. & 20. Juni & 04. & 18. Juli 2017 / Neben uns die Sintflut.

Wir leben nicht über unsere Verhältnisse - wir leben über die Verhältnisse anderer. Den eigenen Wohlstand zu wahren, indem man ihn anderen vorenthält - das ist das heimliche Lebensmotto der entwickelten Gesellschaften. Und im Grunde wissen wir es alle: Uns im Westen geht es gut, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht. Wir lagern Armut und Ungerechtigkeit aus, im kleinen wie im großen Maßstab. Wir schieben die negativen Effekte unserer Lebensweise systematisch Ländern und Menschen in anderen Weltregionen zu. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Die Wahrheit ist: Wo die einen gewinnen, verlieren die anderen. Und die Verlierer dieses großen Nullsummenspiels klopfen jetzt an unsere Türen. Deshalb wird sich unser Leben ändern - ob wir wollen oder nicht.

Ein sehr spannendes Buch, welches die Grundfeste der Überzeugungen des globalen Nordens über den Haufen wirft.

Literatur: Lessenich, Stephan 2016: Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis. München: Hanser Verlag.
Lektüre: Lessenich