Ich habe Dir nie erzählt, womit ich mein Geld verdiene
Dokumentarisches Essay
Das dokumentarische Essay „Ich habe Dir nie erzählt, womit ich meine Geld verdiene“ ist ein Portrait über unsere moderne Zeit. Es erzählt von Menschen, die sich scheinbar in der Mitte der Gesellschaft bewegen, aber doch nur noch vom Rand aus zuschauen:
Eine junge Frau an einer Straßenkreuzung, die in roten Schuhen 12’ lang für einen Unbekannten posiert. Ein Vater, der sich die Frage stellt, wie viel seine Augen tatsächlich wert sind, und sich auf eine mögliche illegale Transplantation vorbereitet, um das Sorgerecht für seinen Sohn nicht zu verlieren. Zwei Töchter, die nicht genau wissen, wie ihre Mutter den Lebensunterhalt für die kleine Familie verdient, aber mitbekommen, wenn die Mutter das einzig kostbare – ihre Leica – vorübergehend ins Pfandhaus bringt, um Lebensmittel kaufen zu können. Zwei Brüder auf der Suche im Wald nach einer geeigneten kostenlosen Grabstätte für ihre Tante, weil sie die Beerdigungskosten nicht tragen können, und nicht einmal das Geld für die amtliche Verzichtserklärung haben.
In kurzen Episoden begleitet der Film seine Protagonisten, wie diese auf absurde, zärtliche, brutale oder kreative Art ihr Geld verdienen und versuchen, zumindest am Rand der Gesellschaft zu existieren und nicht gänzlich aus ihr herauszufallen. Sämtliche Geschichten basieren auf Interviews, Alltags-Recherchen und Beobachtungen, die der Regisseur Curtis Burz in der Zeit von 2008-2010 in Berlin geführt hat. Da die Geschichtengeber verständlicherweise nicht vor die Kamera treten wollten, greift Burz zu einemKunstgriff: Er dreht mit Schauspielern und Laien an Originalschauplätzen in Berlin und hinterlegt die einzelnen Episoden mit Texten.
Weitere Veranstaltungen zur Thematik:





