Gentechnik und Baumwolle
Probleme und Lösungen hier und dort
Verbraucher*innen machen sich (noch) wenig Gedanken darüber, mit welchen ökologischen und sozialen Folgen ihre Kleidung hergestellt wird. Bereits über 40 Prozent der Baumwolle sind gentechnisch verändert, die vor allem in Indien und China (fast 70 Prozent) von Kleinbauern angebaut werden.
Neben den USA und China ist Indien das Haupt-Anbauland für Baumwolle. Als die Gentech-Baumwolle 2002 auf den Markt kam, waren die Erwartungen groß: Mehr Erträge und weniger Pestizideinsatz wurden versprochen. Millionen von indischen Bauern stellten um auf Gentechnik-Baumwolle. 2007 wurden auf über 70% der Baumwollfelder gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut (ca. 7 Millionen ha). Doch die Erwartungen wurden nicht erfüllt und die Situation der Bauern ist prekär: In Indien ist gentechnisch verändertes Saatgut viermal so teuer wie konventionelles. Die ohnehin armen Bauern müssen mehr Geld ins Saatgut investieren und sind verschuldet, wenn die Ernte schlecht ausfällt. Die Abhängigkeit von Großkonzernen wird dadurch verstärkt, dass Saatgut durch Lizenzverträge immer wieder nachgekauft werden muss und nicht aus der eigenen Ernte gewonnen werden kann.
Der weltweit steigende Anbau von transgener Baumwolle führt dazu, dass es immer schwieriger wird, konventionelle oder biologische Baumwolle ohne Verunreinigung mit gentechnischem Material zu bekommen. Bislang wird das jedoch nicht als Problem gesehen, weil die Baumwollfaser weder zu den Lebens- noch zu den Futtermitteln gerechnet wird. Somit gibt es keine Grenzwerte oder Tests für Baumwolle. Spezielle Anbieter, wie jene für Baumwolle aus ökologischem Anbau, müssen jedoch eine gentechnikfreie Produktion garantieren.
Steffi Ober, Referentin für Gentechnik und Biodiversität beim Nabu-Bundesverband beschäftigt sich seit Jahren rund um die Fragen der Agrogentechnik und der gentechnikfreien Erzeugung
Referentin Gentechnik und Biodiversität Naturschutzbund Deutschland e.V
Steffi Ober, Referentin für Gentechnik und Biodiversität beim Nabu-Bundesverband beschäftigt sich seit Jahren rund um die Fragen der Agrogentechnik und der gentechnikfreien Erzeugung.
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